MX-Verletzungen Teil I Obere Extremität

In diesem Artikel stelle ich euch häufige Motocross Verletzungen vor und wie diese behandelt werden können.
Zu den Kategorien in Teil I gehören Schulterverletzungen, bezogen auf das Schultereckgelenk (AC-Gelenk), Frakturen des Schlüsselbeins und Handgelenkverletzungen.

Nächste Woche folgt Teil II, da werde ich euch über Verletzungen und deren Therapie im Bereich Knie speziell über die Ruptur des vorderen Kreuzband (VKB) und Verletzungen des Fussknöchels berichten.

Es ist klar, dass nicht gerne über Verletzungen gesprochen wird, da wir natürlich hoffen, dass es gar nicht soweit kommt. Dieser Artikel sollte deshalb rein informativ sein.
Wichtig zu sagen ist, dass jeder Fall unterschiedlich ist und auch anders behandelt werden kann.
Auch bezüglich den Symptomen und Therapiemöglichkeiten gibt es Unterschiede

 

Schulter:
Hier können verschiedene Verletzungen entstehen, Verletzungen der Rotatorenmanschette (Muskeln rund um das Schultergelenk und Rücken) häufig betreffen Verletzungen das Gelenk selber:
Verletzungen des AC-Gelenk:
Das Schulterdach bildet mit dem Schlüsselbein ein Gelenk, das als Schultereckgelenk bezeichnet wird (AC-Gelenk).
Oftmals kommt es bei einem Sturzereignis zu einer Verletzung dieses Gelenks.
Zerreissen dabei die stabilisierenden Bänder, tritt das äussere Ende des Schlüsselbein höher.
Das Gelenk ist dadurch nicht mehr stabil und oft sehr schmerzhaft.

Behandlung:
Wenn die Verschiebung geringer ausgeprägt ist, kann dies durch eine vorläufige Ruhigstellung und durch Physiotherapie behandelt werden.
Starke Instabilität muss chirurgisch behandelt werden. Eine Röntgenuntersuchung dient sowohl der Abschätzung des Ausmasses der Verletzung, als auch zum Ausschluss eines Knochenbruchs.

 

Clavicula- Schlüsselbein:
Das Schlüsselbein bricht in den meisten Fällen durch einen direkten Sturz auf den Schultergürtel.
Im Falle einer Fraktur (Bruch) verspürt man grosse Schmerzen und kann seinen Arm nicht mehr nach oben bewegen.
Der Knochen bricht am häufigsten im mittleren Drittel und führt oftmals zu einer Deformität, welche von aussen gut sichtbar ist.

Behandlung:
Für die Sicherung der Diagnose werden Röntgenbilder benötigt.
Die Entscheidung ob operiert werden soll hängt davon ab, wie die Stellung der Knochenbruchstücke ist.
Bei einer geringen Verschiebung der gebrochenen Knochenanteile kann die Verletzung mittels vorläufiger Ruhigstellung und Schonung zur Ausheilung gebracht werden.
Eine Fehlstellung sollte chirurgisch behandelt werden, da je weiter die Knochenanteile voneinander entfernt sind, desto höher ist das Risiko, dass ohne Operation die Knochen nicht richtig zueinanderfinden und so nicht optimal verheilen können.

Es existieren verschiedene Verfahren zur Operation. Am häufigsten werden speziell vorgeformte Titanplatten und Schrauben verwendet.

 

Handgelenk:
Handgelenksverletzungen resultieren oftmals aus einem Fall mit gestreckter Hand.
Die Verletzung beinhaltet oftmals eine distale Radiusfraktur. Der Radius ist die Speiche und der etwas grössere Hauptknochen des Unterarms.

Distale Radius Fraktur:
Je nach Stellung der Hand beim Sturz, resultiert eine unterschiedliche Krafteinleitung.
Dies führt zu verschiedenen Frakturtypen.

Symptome:
Meistens tritt eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Handgelenkes auf, zudem ist die Stelle oftmals geschwollen

Therapie:
Das Ziel ist es, eine Wiederherstellung der Anatomie durch Reposition des
Knochen / Knochenfragmente

Konservativ kann behandelt werden, wenn die Fraktur stabil und nicht verschoben ist und die Gelenkflächen nicht beschädigt sind!
Wichtig ist die Ruhigstellung, häufig durch eine Gipsschiene, welche auch den Unterarm miteinfasst. Die Dauer ist abhängig vom Schweregrad der Verletzung.

Operatives Verfahren
Die Reposition und Stabilisierung sollten zu einem möglichst frühen Zeitpunkt erfolgen.
Hier kommen verschiedene Osteosynthese Techniken (Techniken zur schnellen Wiederherstellung der vollen Funktionsfähigkeit gebrochener Knochen) zum Einsatz, je nach Indikation. Häufig werden spezielle für den Radius angepasste Platten verwendet und diese dann verschraubt.

 

Kahnbeinfraktur-Scaphoidfraktur
Das Kahnbein (Scaphoid) liegt auf der Daumenseite und ist der grösste Handwurzelknochen der ersten Reihe. Mechanisch verbindet das Kahnbein die 1. Und 2. Handwurzelreihe. Dadurch ist es bei Gewalteinwirkung auf das Handgelenk mechanisch stark gefährdet.

Typische Symptome:
In den meisten Fällen machen sich die ersten Beschwerden durch ein Brennen in der Tiefe des daumenseitigen Handgelenks bemerkbar.

 Behandlung:
Der grösste Teil der Kahnbeinbrüche ist nicht verschoben. Ein solcher frischer Bruch kann in den meisten Fällen mit einer konservativen Therapie behandelt werden.

Indem der Bruch in einem Gips für 6-12 Wochen ruhiggestellt wird.

Nur in einem geringeren Teil der Fälle, Brüche mit schlechter Heilungstendenz oder spezielle Bruchformen, sollte eine Operation in Erwägung gezogen werden.
In diesem Fall wird der Kahnbeinbruch mit speziellen Schrauben verschraubt.

 

 

 

 

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