MX-Verletzungen Teil II Untere Extremität

In diesem Artikel, handelt es sich speziell um Verletzungen des Knies und des Fussknöchels (Malleolus). Verletzungen des Knies treten häufig infolge einer heftigen Knieverdrehung oder bei harten aufsetzen des Fusses auf. Häufig können bei dieser Art von Verletzung die Bänder verletzt werden.
In diesem Artikel liegt der Fokus speziell auf dem vorderen Kreuzband (VKB)
Natürlich können auch andere Bänder, welche an der Kniestabilität beteiligt sind Verletzt werden.

Verletzungen des Fussknöchel (Malleolus) treten dank modernen MX-Stiefel heutzutage sehr viel weniger auf als früher. Trotzdem passiert es noch, dass man sich derartige Verletzungen beispielsweise
nach einer heftigen Landung zuzieht.
Auch bei diesen Beispielen gilt, jede Verletzung kann verschiedene Symptome verursachen und anders therapiert werden, dies ist von Patient zu Patient unterschiedlich.

 

Kreuzbandriss:
Die Verletzung des vorderen Kreuzbandes (VKB) gehört zu den häufigsten Verletzungen des Kniegelenks.

Funktionen des vorderen Kreuzbandes:
Das Vordere Kreuzband ist zusammen mit dem hinteren Kreuzband hauptverantwortlich für die Funktion und Stabilität des Kniegelenks.
Die zwei Bänder kreuzen sich im Zentrum des Kniegelenks und verbinden den Oberschenkel (Femur) mit dem Unterschenkel (Tibia-Scheinbein und Fibula-Wadenbein)

 Verletzungsmechanismus beim vorderen Kreuzband:
Im Erwachsenenalter kommt es meist zu Rupturen im Bandverlauf.
Der häufigste Verletzungsmechanismus ist die Kombination aus Verdreh und Einknicktrauma, selten auch durch Überstreckung des Kniegelenks.
Häufig kommt es dabei zu Begleitverletzungen z.B. des Innenbandes respektive des Innenmeniskus.

 Erkennen eines Kreuzbandriss:
Während des Unfalls spürt der Patient meist ein Reissen oder hört einen Knall im Kniegelenk, gefolgt von einer rasch auftretende Schwellung mit deutlichen Schmerzen und einer Bewegungs-und Belastungseinschränkung. Nach abklingen der akuten Schmerzsymptomatik, tritt häufig ein unangenehmes Instabilitätsgefühl ein.

 Wird jeder vordere Kreuzbandriss operiert?
Die Entscheidung ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig und muss mit dem Patienten
im Detail besprochen werden.
Bei sportlich sehr aktiven Personen ist eine Rekonstruktion des vorderen Kreuzband meist unumgänglich.
Weniger aktive Personen können bei gutem Verlauf auch ohne Operation, jedoch mit intensiver Physiotherapie, wieder eine sehr gute Kniegelenkfunktion und sportliche Betätigung auch
ohne intaktes vorderes Kreuzband erreichen.
Entscheidend zur Operation Indikation sind ebenfalls Begleitverletzungen wie eingeklemmter Meniskus oder zusätzliche Bandverletzungen

 

Das Sprunggelenk:
Besteht aus einem oberen Sprunggelenk (OSG) und einem unteren Sprunggelenk (USG) .
Dabei ist eine Verletzung der Aussenbänder im oberen Sprunggelenk am häufigsten.
Bei der Verletzung werden eines oder mehrere der Aussenbänder stark überdehnt und reissen dadurch.

Fussknöchelbruch-Malleolarfraktur
Es können auch knöcherne Verletzungen wie ein Fussknöchelbruch entstehen, denn der knöcherne Unterschenkel besteht aus dem Wadenbein (Fibula) und dem Schienbein (Tibia). Die unteren Enden der beiden Knochen bilden das Sprunggelenk, respektive gegen aussen die Knöchel. Je nach Unfallmechanismus ist der Bruch nur am Aussenknöchel lokalisiert, kann aber bei grösserer Krafteinwirkung auch den Innenknöchel betreffen
oder in seltenen Fällen sogar beide.

Symptome:
Beschwerden, die auf einen Knöchelbruch hindeuten können, sind unter anderem:
-Spontan und Druckschmerz über dem betroffenen Knöchel.
-Schwellung im Bereich des Sprunggelenks
-Schmerzhafte Bewegungseinschränkung
-Evtl. Fehlstellung des Fusses gegenüber dem Unterschenkel bei Sprengung der Sprunggelenkgabel.

Therapie:
All diese Malleolarfrakturen sind gelenksnahe oder Gelenksbeteiligende Knochenbrüche. Wenn die anatomischen Verhältnisse nicht möglichst genau rekonstruiert werden, kann sich als Spätfolge eine Arthrose des Sprunggelenkes entwickeln.

Das Ziel der Behandlung muss deshalb sein, eine möglichst exakte Rekonstruktion der anatomischen Verhältnisse zu erreichen. Lediglich kleine Abscherungen mit nur minimer Fehlstellung können durch eine alleinige Ruhigstellung behandelt werden.

Konservative Therapie (ohne Operation):
Konservativ können nur Brüche, die nicht oder nur gering disloziert (verschoben) sind behandelt werden.
Zudem dürfen keine Begleitverletzungen diagnostiziert werden ( z.B. Syndesmoseriss).
Vorgehen:
Die klassische Behandlung ist eine Ruhigstellung des Unterschenkels in einem Gipsverband während 6 Wochen.
Zudem werden Röntgenkontrollen sofort, nach 1 Woche, nach 2 Wochen und bei Abschluss der Behandlung durchgeführt.  Der Patient erhält Schmerzmittel und Blutverdünnung zur Thromboseprophylaxe.

Operative Therapie:
Brüche, bei welchen die Gelenkflächen mitbeteiligt sind, die Syndesmose
(wichtige Bandverbindung zwischen Scheinbein und Wadenbein) gerissen ist, oder eine Instabilität des Gelenks vorliegt, müssen operiert werden. Mit Schrauben und Platten werden die Knochenfragmente (Knochenteile)
möglichst präzis wieder in ihre Originalstellung gebracht und fixiert. Nach der Operation muss das Bein zuerst meist im Gips zumindest teilweise ruhiggestellt werden.

Notfallmassnahmen (Erste Hilfe):
Bei nahezu jeder akuten Sportverletzung kann nach dem PECH-Shema vorgegangen werden.
Schnelles Handeln ist gefragt.
P= Pause- sofortiger Sportunterbruch
E= Eis- kühlen der verletzten Stelle, sofern es sich nicht um eine offene Wunde handelt. Es muss nicht unbedingt Eis sein, auch kalte Umschläge können helfen.
C= Compression- Druckverband wirkt der Schwellung entgegen; Achtung: Nicht zu fest anlegen, damit die Durchblutung des Fusses nicht unterbunden wird.
H= Hochlagern- Bei Verletzungen, welche die Extremitäten (Arme, Beine) betreffen, wird der Rückfluss des Blutes und der Schwellflüssigkeit durch Hochlagern erleichtert.

Natürlich gilt das nicht für Menschen, die bewusstlos sind und bei denen der Verdacht auf eine Kopf, Schulter oder Rückenverletzung besteht. 

 

 

 

 

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